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Heimatort Solla


Siedlungsgeschichte von Solla und Umgebung.

Das Dorf Solla dürfte etwa im 10. oder 11. Jahrhundert entstanden sein.
Dafür spricht unter anderem ein Gemälde in der Schartenkirche, links vom Altar,
welches das Wappen der Grafen von Vormbach (Formbach) zeigt.
Die Vormbacher waren im 10. und 11. Jahrhundert die Landesherren.

Grafschaften unterstanden seit dem 11. Jahrhundert den Grafen von Formbach,
nach deren Aussterben 1158 den Grafen von Andechs.

Schon 1152 wird Solla unter "Salha" (sal = Weide) in einer Osterhofener
Klosterurkunde genannt. In diesen Jahr starb Richardis ( Richkardis), die
Witwe des Ritters Rudolf von Scharten, kinderlos. Sie verschenkte alles, was sie
besaß, dem Kloster Osterhofen, um sich dort eine Begräbnisstätte zu sichern.
So ging als Vermächtnis ihr Sitz allda zu Scharten samt dem Bethaus oder
"Capelle" mit den drei dazugehörigen Gütern auf diesem Berg an das Kloster
Osterhofen über. Desgleichen überließ sie dem Kloster die Lehensgüter
Rettenbach, Bärndorf, Riggerding, Loh, Solla, Entschenreuth und Gerlesreuth
"Gerleinsraevt" mit allen leibeigenen Untertanen.
Dazu dürfen wir hier noch das abgegangene Kleeham bei Solla nennen, das
Richkardis ebenfals dem Kloster Osterhofen schenkte.
Noch zu nennen ist der Ort Massing (1350 Mezzing) bestehend aus drei durch
Richkardis von Scharten ebenfals überlassene Lehen. Der Ort Massing sollte
zwischen Gumpenreut und Haibach gelegen sein. 1440 hören wir von
"Messingöd". Vielleicht hat diese Verödung vor 1440 der "Öd" ihren Namen
gegeben.
Im Halser Salbuch vom Jahre 1395 werden sechs Güter in "Salach" aufgeführt.

In den Briefprotokollen der Hofmark Zenting (1700) - Solla war damals grundbar
dorthin - wurde Solla als "Sollach" bezeichnet.
(Briefprotokolle des Landgerichts Grafenau Nr. 438, 439)
Diese Bezeichnung Sollach wäre damit die richtige Schreibweise für den Ort, fällt
damit in die Rodungszeit, also in das 10. bzw. 11. Jahrhundert.

Die Verschiedenheit der Schreibweise kann wohl aus der Eigenheit der Mundart,
bzw. durch mundartliche Abschleifungen erklärt werden. Erst durch die Anlage
der Steuerkataster erfolgte die allmähliche Festlegung auf eine Form, die dann in
der Regel nur eine willkürliche war, jedoch nach Sprachempfinden oder Stammes-
herkunft des Katasterbeamten.

In der Urkarte von Solla (1827) sind insgesamt 5 Anwesen aufgeführt. Die Besitzer
dieser Anwesen sind in Häuser- und Rustikalsteuerkataster im Landgericht und
Rentamt Schönberg, verfasst am 10. August 1808, aufgeführt. In diesem amtlichen
Verzeichnis wird Solla einmal als "Sola" und auch als "Solla" bezeichnet.

Propaganda-Fahrt der NSDAP-Partei im Jahre 1934


Ein überaus interessantes Bild hat Helmut Braml aus Solla entdeckt.Es zeigt die Ortschaft Solla, die damals nur durch eine Art Sackgassenstraße erschlossen war, von einer Vielzahl von geradezu herrschaftlichen Autos angefahren, die sich dem Fotografen sozusagen "in Reih und Glied" präsentieren. Doch niemand in Solla konnte sich daran erinnern, um welches Ereignis es sich gehandelt haben könnte. Erst durch die Veröffentlichung des Bildes im Grafenauer Anzeiger konnte Hans Uhrmann aus Schlag gefunden werden. Es handelte sich um eine Propagandafahrt der NSDAP-Partei im Jahre 1934. Er durfte als Bub von zehn Jahren mitfahren. Eingeladen zu dieser Auto-Demonstration hatte wohl der NSDAP-Kreisverband des früheren Bezirks Grafenau.